Das Thema der kommenden AfeM Tagung im Januar 2010 lautet: „Menschenrechte – Mission – Freiheit“.
Diese Linkliste stellten wir als Einführung in das Thema
zusammen.
Wir versuchen wenig zu werten, sondern geben Links an,
um weiteres Nachdenken und Arbeiten anzuregen.
Rückmeldungen an: linkliste@missiologie.org
Letzte Aktualisierung: 01.01.2010
Um sich einen Überblick über das Thema der Menschenrechte
zu verschaffen ist es gut, mit der allgemeinen
Erklärung der Menschenrechte der UN aus dem Jahre
1948 zu beginnen. Diese Allgemeine Erklärung ist nicht
verbindlich für die Mitgliedstaaten der UNO. So treten neben
diese Erklärung noch weitere Erklärungen, wie die Kairoer
Erklärung der Organisation der islamischen
Konferenz und die Arabische
Charta der Menschenrechte aus dem Jahr 1994 bzw. 2004
(nur französisch), die jedoch kein
völkerrechtlich anerkanntes Instrument ist.
Über
die Menschenrechte
im Islam gibt es noch weitere Artikel (siehe unten).
Weiterhin gibt es noch eine afrikanische Erklärung der Menschenrechte, die Banjul-Charta.
Die Kommission für Religionsfreiheit der WEA, die Seite des deutschen Zweiges, sowie deren Internationales Institut für Religionsfreiheit, stützen sich besonders auf Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO. Auf der Vollversammlung der WEA in Pattaya 2008 wurde eine Resolution zur Religionsfreiheit und Solidarität mit der verfolgten Kirche verabschiedet. Ein weiterer lesenswerter Artikel scheint uns eine Rede des Leiters der Kommission für Religionsfreiheit der WEA, Candelin, vor dem norwegischen Parlament zu sein. Auch die Dokumentation über Märtyrer 2008 ist online erhältlich. Außerdem bietet die Seite der Internationalen Gesellschaft für Menchenrechte verschiedene Infos zum Thema. Aus der Religionsfreiheit und den Menschenrechten leitet sich auch das Recht auf Missionsfreiheit ab.
Für eine Bewertung der Religionsfreiheit aus islamischer Sicht ein Dokument von Albrecht Hauser.
Das PEW-Forum veröffentlichte im Dezember 2009 eine Studie über die Einschränkung der Religionsfreiheit in verschiedenen Ländern. Interessant ist die Unterscheidung zwischen der Einschränkung durch Regierungen und Gesetze auf der einen Seite und Einschränkungen durch das soziale Umfeld auf der anderen Seite. Der gesamte Bericht (Achtung 8,6MB!) kann als PDF heruntergeladen werden.
Als wichtigstes Mittel der Arbeit für Relgionsfreiheit gilt uns Christen das Gebet. So findet jährlich im November ein weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen statt. Auf der englischsprachigen Seite sind auch Materialien für Kinder, sowie eine Weltkarte zum Gebet erhältlich. Siehe auch die Seite von Open Doors. Wer regelmäßig aktuelle Informationen über Mission und verfolgte Christen beziehen möchte, kann sich für den Newsletter von Mission Network News anmelden.
Weitere Organisationen, die sich für die Arbeit unter verfolgten Christen einsetzen, sind über die Linkliste der EAD zu erreichen (allerdings nicht immer aktuell).
Hier geht es zu dem aktuellen Bericht des amerikanischen Außenministeriums über den Status der Religionsfreiheit in den einzelnen Ländern. Die norwegische Organisation Normis bietet einen Artikel zur Religionsfreiheit. Der jährliche Bericht der amerikanischen Kommission für Religionsfreiheit ist für 2009 hier zu lesen.
Viele der Länder, in denen ein Religionswechsel nicht erlaubt ist, sind vom Islam geprägt. Deshalb sollte man sich im Zusammenhang mit dem Thema der Religionsfreiheit auch mit dem Islam beschäftigen. Dafür ist wohl das Institut für Islamfragen mit verschiedenen Dokumenten eine erste Adresse, um mit der Suche nach Dokumenten, Meinungen und Informationen zu beginnen. Natürlich (wem sage ich das?) sind die Artikel von Christine Schirrmacher immer einen Besuch wert.
Eine ausführliche Linkliste über den Islam und die Evangeliumsverkündigung in islamischem Kontext ist in Vorbereitung.
In Indien gilt einerseits verfassungsrechtlich geschützte Religionsfreiheit (Artikel 25-28), andererseits gibt es in mehreren Bundesstaaten auch Anti-Bekehrungsgesetze. In diesem Artikel ein Beispiel und unten auf der Seite eine Liste der betreffenden Bundesstaaten. Einen Überblick über die Situation gibt ein Artikel des EMW. Es gibt eine Organisation, die sich für die christliche Minderheit und unterdrückten Kasten einsetzt. Ebenso gibt es in Sri Lanka eine Seite, die sich für Religionsfreiheit einsetzt. Aktuell ist in Sri Lanka ein Antibekehrungsgesetz im Parlament in der Diskussion. Einen Überblick über die Situation in Sri Lanka bietet ein Artikel des internationalen katholischen Missionswerks missio. Für andere Länder, wie Kambodscha, oder Burma, gibt es immer wieder Berichte über Einschränkungen für Christen.
Wie sieht es mit der Religionsfreiheit für Evangelikale in Europa aus? Ralf Altwegg schrieb eine Abschlussarbeit am IGW zu diesem Thema.
In jüngerer Zeit kann man den Eindruck gewinnen, als werde die Religionsfreiheit für evangelikale Christen in Europa verstärkt eingeschränkt. So gab es 2008 die Kontroverse um einen Workshop beim Christival oder der Protest gegen einen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg. Nach dem Mord an Praktikantinnen, die an einer evangelikalen Bibelschule kurz vor ihrem Abschluss standen, erschien in Die Zeit ein Artikel mit Leser-Kommentaren, die einen Überblick über die verschiedenen Meinungen zu dem Thema geben. In der ZDF-Sendung Frontal21 wurde im August 2009 ein Beitrag gesendet, der sich weiter mit dem Thema beschäftigt und teilweise scharf kritisiert wird. Im Oktober 2009 meldete sich auch die ARD in ihrem Panorama Magazin zu Wort. Sowohl die EKD, als auch das evangelische Missionswerk, EMW, veröffentlichten im September 2009 Presseerklärungen zu den Vorwürfen in den Medien. Auch der ZDF-Fersehrat kritisierte den Bericht in Frontal 21. Aus der Liste der kommentierenden Artikel zu diesem Thema soll noch ein Kommentar von Michael Molthagen herausgegriffen werden.
Die Diskussion in dieser Sparte steht gerade erst an ihrem Beginn.
Nun wenden wir uns der Weise zu, in der Mission in Ländern oder bei Menschen geschehen kann, welche die Auffassung der Religionsfreiheit nicht teilen können oder wollen. Zur Einführung ein Referat von Thomas Schirrmacher. Weitere Artikel von diesem Autor die sich zum Teil mit Religionsfreiheit befassen sind hier abrufbar.
Die Frage sollte gestellt werden, ob wir evangelikalen Christen uns durch einen militärischen Sprachgebrauch – besonders wenn es um Mission geht – nicht in die Nähe von Radikalen anderer Religionen rücken, die tatsächlich zur Waffe greifen, um ihre Ziele zu erreichen. Das Problem wird (leider nur in Englisch) in einer amerikanischen Tageszeitung genauer erklärt. Bereits im Juni 2000 gab es an der Fuller School of World Mission eine Konsultation über die Verwendung von Sprache und Metaphern in der Mission. Diese Konsultation wird von Rick Love, dem interationalen Leiter von Frontiers, aufgegriffen und speziell auf die Verwendung von militärischer Sprache bei der Mission in islamischen Ländern erweitert. In die selbe Richtung geht die deutsche Übersetzung eines Grundsatzpapiers der Evangelikalen Gemeinschaft von Indien. Dort heißt es treffend: Wir lehnen eine Sprache ab, die Menschen zu Unrecht als Feinde etikettiert oder als aggressiv darstellt. Zwar kann der Ruf des Evangeliums, Christus nachzufolgen, durchaus Anstoß erregen und bei manchen Menschen Widerstand wecken, doch wir müssen mit Sorgfalt jede Wortwahl vermeiden, die so umgedeutet werden kann, dass sie diesen Widerstand rechtfertigt.
Um auch von anderen Disziplinen zu lernen sei
1. auf Chris Beckett verwiesen, der von Seiten der Sozialwissenschaften her einen leider nicht frei erhältlichen Artikel über die Verwendung von militärischer Sprache bei der Sozialarbeit schrieb.
2. der Artikel von Lisa Malin-Harms über die Verwendung von Kriegsmetaphork in der politischen Sprache von Tageszeitunen genannt.
Eine weitere spannende Geschichte ist die Idee, dass nach dem „Graves Value System“, in der Postmoderne besonders die Personen, die dem orangenen vMem zuzuordnen sind, militärische Sprache bevorzugen. Für eine Anwendung dieses Farb-Systems in der evangelikalen Missiologie siehe den bei der AfeM Tagung 2008 gehaltenen Vortrag von Peter Aschoff. Die Diskussion um die Theorie von Graves, deren Weiterführung durch Beck und Cowan, die Fruchtbarmachung dieser Ideen für die evangelikale Missiologie, sowie die Anwendung in Bezug zum Gebrauch der Sprache in unserer postmodernen Welt sollte noch weitergeführt werden.
Von den bisher angegebenen Links könnte der Eindruck entstehen, als würden nur Christen und speziell evangelikale Christen verfolgt. Das ist sicherlich nicht der Fall, auch wenn es überwiegend Christen sind, die der Verfolgung ausgesetzt sind. Tatache ist, dass in totalitären politischen Regimen oder in Staaten, in denen eine totalitäre Religion in der Übermacht ist, andere Glaubensformen verfolgt werden. Die Achmadiyya (Ahmadiya) Bewegung wird in verschiedenen Ländern, so z.B. in Indonesien, nach einer Anweisung des Religionsministeriums, verfolgt. In Tibet oder Vietnam (siehe jedoch ein Interview mit einem General) werden buddhistische Mönche eingeschränkt. Grundsätzliche Informationen zur Einschränkung der Religionsfreiheit bietet eine Suche bei der oben erwähnten Seite des amerikanischen Außenministeriums.
Eine Tagung des auswärtigen Amtes über den Einfluss der Religion in der weltweiten Politik mit den Auswirkungen für die Religionsfreiheit kann weitere Informationen bieten. Eine weitere spannende Seite ist Religious Tolerance. Die Autoren dieser Seite versuchen die Anschauungen der verschiedenen Religionen und Glaubensansichten neutral zu beschreiben und möchten so zu Toleranz beitragen.